Frequently asked Questions (FAQ) zu Design Thinking

FAQ zu Design Thinking stellt Fragen und Antworten für die Innovationsmethode zur Verfügung:

Workshop

Welche Vorlage für eine Beispiel Design Workshop Agenda gibt es?

Beispiel Design Thinking Workshop Agenda
Beispiel Design Thinking Workshop Agenda

Mit dem nachfolgenden Beispiel Design Thinking Workshop Agenda wird ein typischer Design Thinking Workshop zeitlich in seinem Ablauf und Prozess dargestellt. Hier handelt es sich um ein Training.

Je nach Zweck eines Design Thinking Workshop wird die Agenda nach dem Prozess und mit Methoden individuell zusammengestellt.

08:30 Uhr – Ankommen und Warm-up

  • Vorstellung der Teilnehmer
  • Einführung und Kennenlernen mit Warm-ups

09:00 Uhr – Impulsvortrag in die Innovationsmethode Design Thinking

  • Warum ist Design Thinking wichtig geworden und warum wird es immer häufiger im professionellem Umfeld eingesetzt?
  • Begründung, Entwicklung und Historie von Design Thinking
  • Beispiele zu Design Thinking
  • Unterschied von Design Thinking zu anderen agilen Innovationsmethoden wie, Business Modell Canvas, Kanban, Scrum und Lean Startup
  • Vorstellung ausgewählter Methoden pro Phase
  • Regeln und Mindset von Design Thinking erkläre
  • Der Design Thinking Prozess Phase für Phase erklärt
  • Regeln und Mindset von

09:45 Uhr Die Magie von Design Thinking erleben in 60 Minuten

  • Kaltstart und aktiver Durchlauf der Phasen des Design Thinking Prozesses nach dem Timboxing Verfahren mit Anwendung von Innovationsmethoden

10:45 Uhr Pause

11:00 Uhr Problemraum erarbeiten

  • Kunden / Nutzer / Stakeholder verstehen und beobachten
  • Richtig Fragen in Experten-Interviews wie z.B. Contextual Inquiry Verfahren, Shadowing
  • Einführung in die Persona Methode und Zielgruppendefinition
  • Verstehen mit Experience Mapping (User Journey Mapping)
  • Erarbeiten von Insights und Anfordererungen z.B. mit dem User Story Board

12:00 Uhr Problemraum definieren

  • Problemraum, Sichtweise bzw. Point-of-View konkret formulieren
  • Vorstellung der Ergebnisse für die Problemraum-Definition

12:30 Uhr Mittagspause – Lunch and Learn

13:15 Uhr Ideation

  • Warm-up Agiler Team Spirit
  • Mindset Ideenfindung erklärt: “Jeder ist kreativ”
  • Einführung in Kreativtechniken wie Scamper, Lexikonmethode, Idea Cards
  • Entwicklung von 72 Ideen nach dem Lotusblossom Verfahren pro Team
  • Vorstellung Erläuterung der Ergebnisse

14:15 Uhr Verfahren für die Ideen Evaluation

  • Vorstellung von Evaluation Grids
  • Mehrdimensionale Skalenbewertung
  • Erfahrungen aus das Praxis
  • Evaluation der Ideen

14:45 Pause

15:00 Uhr Prototypen-Entwicklung im Design Thinking

  • Vorstellung der Verfahren der Prototypen-Entwicklung
  • Präsentation, Pitch, Storytelling und Kommunikation von Prototypen
  • Prototyp-Erstellung

16:00 Uhr Design Tinking Phase Testing

  • Einführung in die Testverfahren
  • Testfragen richtig formulieren
  • Hypothesenbildung, Validierung und Dokumentation der Ergebnisse
  • Durchführung von Nutzer und Usability-Tests

16:30 Abschluss und Zusammenfassung

  • Feedback, Retrospektive
  • Questions & Answers (Q&A)
  • Events, Literatur, Quellen und Praxis-Tipps für Design Thinking

Wo finde ich eine umfassende Checkliste für Design Thinking Workshops?

Eine Checkliste für Design Thinking Workshops ist gar nicht so einfach zu finden, aber sie gibt Sicherheit bei der Organisation. Denn die Organisation eines Design Thinking Workshop ist komplex und benötigt Routine. Neben den organisatorischen Maßnahmen muß das Material abgestimmt und aufgefüllt werden. Zusätzlich und je nach abgestimmter Erwartung für den Workshop sind die Innovationsmethoden ausgewählt. Selbstverständlich wurden die Methoden vorher bei Bedarf individualisiert.

Download Checkliste für Design Thinking Workshops

Je nach Art der Innovationsmethode müssen die Canvas-Vorlagen vorbereitet werden. Da ist es immer gut, eine Checkliste für den Design Thinking Workshop zur Verfügung zu haben.

Hier geht es zum Download der Checkliste als PDF.

Wann macht Design Thinking Sinn?

Der Einsatzzweck von Design Thinking kann unterschiedlich Sinn machen. Primärer Zweck ist jedoch die Ideenfindung zur Erarbeitung einer Lösung für komplexe Probleme in diversen Teams. Design Thinking kann darüber hinaus für Team-Building, Change Management, Aufbrechen von Silos, Verdeutlichung neuer Arbeitsmethoden oder auch als Impuls für agile Arbeitsweisen eingesetzt werden.

Welche Erfolgsfaktoren gibt es bei Design Thinking?

Im Design Thinking haben sich in den letzten Jahren die folgenden Erfolgsfaktoren etabliert.

Mensch steht im Zentrum

Im Design Thinking wird der Mensch in den Mittelpunkt gestellt. Es wird insbesondere auf seine Bedürfnisse, seine Ausbildung, seine Gefühle, sein Kontext, seine Erfahrungen und sein Wissen eingegangen. Ein besonderer Schwerpunkt bildet dabei das Gewinnbringende für ihn oder aber die Dinge die ihm Schmerzen bereiten. Diese bezeichnet man auch als Pains und Gains.

Problembewusstsein

Von großer Bedeutung im Design Thinking ist das sogenannte Problem Statement. Hier geht es darum, dass das Team versteht, worum es bei dem Problem im Eigentlichen geht. Über so genannte Umdeutungen (Reframing) muss das Team das Problem in all seinen Facetten genau verstehen, um den Design Thinking Prozess optimal zu gestalten.

Interdisziplinäre Teams

Für die kreative Lösungsfindung im Design Thinking sind besonders interdisziplinäre oder diverse Teams von Bedeutung. Erst die unterschiedlichen Sichtweisen und das Expertenwissen aus den verschiedenen Bereichen ermöglichen eine ganzheitliche Betrachtung des Problems.

Prototypisches Vorgehen

Prototypen zeigen in einem frühen Stadion ob eine Idee für die Nutzer Relevanz ist. Feedback kann einfach und schnell eingeholt werden. Häufig muss dazu noch nicht einmal programmiert werden, ein physisches Produkt erstellt werden oder ein Service eingerichtet werden. Mit Methoden der Prototypen-Erstellung können Ideen frühzeitig von den Nutzern getestet werden und liefern so wertvolles Feedback.

Design Prozess

Damit die Mitglieder eines Design Thinking Projektes Sicherheit im Umgang mit den Methoden bekommen, ist es wichtig aufzuzeigen, wo sich das Team im Prozess gerade befindet, welche Ziele verfolgt werden und welche Methoden Anwendung finden.

Visualisieren

Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Da unser Gehirn Bilder schneller verarbeiten kann als Worte, wird es durch Bilder oder Visualisierungen stärker inspiriert. Daher sollten Beiträge immer auch mit Visualisierungen und Bildern unterlegt werden.

Machen und Tun

Anstelle von langen Konzeptionsphasen ohne Kontakt mit dem Markt, geht Design Thinking davon aus, Prototypen , früh, schnell und realitätsnah mit den Anwendern zu testen.

Nutzung agiler Innovationsmethoden

Design Thinking bietet sich für die Lösung zur Ideenfindung von komplexen Problemen an. Um die Ideen nachhaltig zu integrieren müssen häufig andere Disziplinen mitgestaltet werden. Dafür gibt es andere agile Innovationsmethoden:

  • Business Model Canvas für die Geschäftsmodell-Entwicklung
  • The Culture Map für Kulturveränderung
  • Strategic Visioning für Change Management
  • The Golden Circle für Visions-Entwicklung
  • Lean Startup für Produktentwicklung
  • Service Design für Dienstleistungen
  • Value Proposition Canvas für die Analyse von Kundenbedürfnissen

Woher bekomme ich eine Anleitung für einen Design Thinking Workshop?

Im Design Thinking gibt es nicht nur eine Anleitung für einen Design Thinking Workshop. In der Regel geht einem Design Thinking Workshop die Auftragsklärung voraus. Hier werden Erwartungen Chancen und Möglichkeiten mit dem Auftraggeber abgestimmt. Wichtig dabei ist, dass die Methoden in einander greifen und aufeinander aufbauen. Es muss sich innerhalb der Auswahl der Innovationsmethoden ein roter Faden ergeben, der den Teilnehmern im Design Thinking Prozess Sicherheit für den Prozess gibt. Danach wird aus dem Design Thinking Baukasten mit 80-200 Methoden die relevanten Methoden herausgesucht und mit dem Auftraggeber abgestimmt. Es muss sich innerhalb der Auswahl der Innovationsmethoden ein roter Faden ergeben, der den Teilnehmern im Design Thinking Prozess Sicherheit für den Prozess gibt und am Ende mehrere gute Ideen für das komplexe Problem liefert.

Eine gute Anleitung für einen Design Thinking Prozess bietet Google Design Sprint. Diese Innovationsmethode ist nichts anderes als ein fest definierter Ablauf von Innovationsmethoden in den Design Thinking Phasen für Software-Projekte. Allerdings ist die Varianz der Abläufe von Design Thinking Prozessen sehr groß und hängt auch vom digitalen Reifegrad der Organisation ab.

Prozess

Wo wird Design Thinking im Strategie Prozess angesiedelt?

Design Thinking im Strategie Prozess ist eine Methode zur Lösung von komplexen Problemen zur Findung von Ideen. Im Gegensatz zu Scrum oder Lean Startup werden keine Produkte entwickelt und getestet sondern ausschliesslich Prototypen. Es werden Hypothesen validiert.

Design Thinking im Strategie-Prozess steht am Anfang

So ist Design Thinking im Strategie-Prozess am Anfang bei der Entwicklung von Ideen und beim Testen von Bedürfnissen, Wünschen und Akzeptanz angesiedelt. Es geht dabei, um die Entwicklung vieler Ideen und ihre Relevanz für die Zielgruppe. Der Optionsraum mit vielen Ideen dient dazu, einen Ideenpool zu nutzen und die Master-Idee soweit anzureichern, bis sie plausibel, relevant und passgenau den Kundenbedürfnissen entspricht.

Parallel dazu oder später im Prozess kann die Idee als Produkt mit Scrum, Kanban oder Lean Startup iterativ weiterentwickelt werden.

Eine Besonderheit stellt immer die Vermarktung dar. So kann zum Beispiel mit dem Sankt Gallener Business Modell Navigator, dem Business Model Canvas, EKS oder mit Blue Ocean das Geschäftsmodell hinter der Produktidee verfeinert werden.

Warum sind Prototypen beim Design Thinking so wichtig?

Design Thinking Prototypen erwecken eine Idee zum Leben. Ganz nach dem Motto “Es gibt nicht Gutes außer man tut es.”, werden bei ihrer Erstellung schnell Herausforderungen klar. So können Funktionen, Bedienung, Design, Marketing und Technik bereits bei der Prototypen-Entwicklung verfeinert werden.

Die sogenannten “Features” der Idee machen in der Regel als Bündel die Innovation aus und nur wenige dieser Features bestimmen die markentechnische Positionierung und damit das Alleinstellungsmerkmal der neuen, potenziellen Marke.

Verschiedene DIY Prototypen mit dem Design Thinking Prozess entwickelt.
DIY Prototypen mit dem Design Thinking Prozess entwickelt.

Doch sollte bei der Prototypenerstellung niemals von den eigenen Überlegungen und (positiven sowie negativen) Vorurteilen ausgegangen werden. Vielmehr sollten nach der Erstellung des Prototypen, Annahmen in Form von Hypothesen mit dem zu erwartenden und gewünschten Ziel dokumentiert werden, um diese dann bei den Verwendern zu valdidieren.

Denn erst in der Testphase zeigt sich, ob die Überlegungen auch bei potenziellen Kunden ankommen und den Kundenbedürfnissen entsprechen. Während der Tests werden die Hypothesen bewertet und Schlüsse auf die tatsächlichen Kundenbedürfnisse gezogen.

Bei positiver Tendenz sollte eine weitere Verbesserung der Features betrachtet werden, während bei negativer Tendenz der Prototyp verbessert werden sollte. Das geht soweit, dass der Prototyp in Frage gestellt wird und eine neue Idee aus dem Optionsraum der Prototypensammlung umgesetzt wird.

Kennzeichen von Design Thinking Prototypen

  • Günstig in der Herstellung
  • Günstig, wenn sie zu Beginn des Prozesse entwickelt werden
  • Kritikfähiger als Präsentationen
  • Selbsterklärende Verwendbarkeit
  • Vorläufig und unfertig
  • Einfach zu ändern
  • Trends sind einfach erkennbar
  • Prototypen führen zu Auskunftsfreudigkeit in Tests
  • Prototypen vermeiden frühzeitig finanziellen Schiffbruch

Warum wird auf die Phase Design Thinking Testing so viel Wert gelegt?

Bei Design Thinking steht die Nutzerzentrierung im Vordergrund. Die Teams, die viele Ideen entwickeln, gehen dabei von Annahmen (Hypothesen) aus. Anstelle von positiven oder negativen Vorurteilen auszugehen, werden die Ideen im Design Thinking in Form von Prototypen direkt von den Nutzern in der letzten Phase “Design Thinking Testing” überprüft, um Annahmen zu validieren und die Ideen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen.

Design Thinking Testing als wichtige Phase im Prozess

Erst die Arbeit mit verschiedenen und unterschiedlichen Prototypen erlaubt es, die Ideen tatsächlich auch zu testen. Denn Prototypen sind in der Regel weniger teuer und können zudem schnell verändert werden.

Gibt es viele Ideen, können die verschiedenen Stoß-Richtungen ebenfalls schnell getestet werden. Viele, schnelle Tests geben dabei Aufschluss über erste Trends und validieren die Annahmen zu den Nutzerbedürfnissen.

Ganz nach dem Prinzip „Fail fast, fail early.“ sind Fehlentwicklungen in dieser Phase akzeptiert. Denn sie sind zu Beginn des Prozesses vergleichsweise günstig im Vergleich zu Fehlern, die beispielsweise nach Release im bereits fertig, vermarktetem Produkt mit auf den Markt kommen, weil Annahmen nicht frühzeitig mit dem Nutzer validiert worden sind.

Was bedeutet die „Fehlerkultur“ bei Design Thinking Workshops?

Aus Fehlern lernen wird im Design Thinking als Chance begriffen, um die beste Lösung aus Nutzersicht zu finden. Denn erst die Überprüfung von Prototypen in der letzen Phase „Testing“ durch den Nutzer zeigt auf, ob zuvor entwickelte Annahmen im Design Thinking Prozess valide und für den Nutzer relevant sind.

Ist die begründete Annahme nicht valide, so wird in den Phasen zurückgesprungen und iteriert. Also die Annahmen so verändert, dass sie erneut getestet werden können. So kann über die Prototypen einfach und schnell viel über die tatsächlichen bzw. neuen Bedürfnisse der Nutzer gelernt werden. Denn die Investition im Ideenentwicklungsprozess über Prototypen sind vergleichsweise gering im Gegensatz zu fertig entwickelten Produkten, die sich nicht verkaufen.

Ganz nach dem Motto: „Fail fast. Fail early!

Training

Wie kann ich Design Thinking lernen?

Um Design Thinking zu erlernen gibt es viele Wege. Das hängt ganz von den Neigungen und der Persönlichkeit ab.

Anlesen mit Literatur

Bücher und Artikel gibt es genug über die verschiedenen Strömungen von Design Thinking. Damit Du Dir einen guten Überblick verschaffst, leihe Dir Bücher von Freunden oder aus der Bibliothek aus. In Frankfurt am Main haben wir das Glück, die National-Bibliothek vor Ort zu haben. Hier kannst Du jedes in Deutschland veröffentlichte Buch zu Design Thinking ausleihen. Was für eine Wissensschatz!

Oder Frage einfach in Deinem Unternehmen nach. Vielleicht gibt es bereits Bücher und Material oder stelle eine Anfrage, ob Du einen Buch-Handapparat für das Unternehmen anschaffen darfst. Gut begründet sagt da kein Chef “Nein”. Zudem günstiger als ein Seminar.

Beim Design Thinking schlägt allerdings die Praxis die Theorie und Du solltest nach der Literatur-Recherche schnell in die Umsetzung kommen. Finde unter dem folgenden Link gern eine gute Literaturliste zu Design Thinking ganz am Ende.

Ausprobieren bei Meetup, Barcamps, Xing & Co

Wenn Dich das Thema interessiert, kannst Du Design Thinking bei Meetups, Barcamps, Xing oder LinkedIn kennenlernen. In der Regel bieten diese Formate kleinere Einheiten kostenlos oder zu Selbstkosten von 1 – 3 Stunden an. Zum Reinschnuppern in Design Thinking eignen sich diese Formate hervorragend und bieten in der Regel die komplette Bandbreite der Themen ab.

Wenn Du mutig bist und genug passive Erfahrung gesammelt hast, dann sind diese Veranstaltungen eine hervorragende Gelegenheit Dein Wissen in der Praxis zu testen. Dort herrscht eine wertschätzende Atmosphäre und Du bekommst in der Regel ein Super-Feedback.

Mit Fort- und Weiterbildung Design Thinking lernen

Über die HR-Abteilungen in den Unternehmen gibt es in der Regel Dienstleister, die einen Rahmenvertrag mit dem Unternehmen im Bereich Weiterbildung haben. Diese Anbieter bieten auch Seminare zum Thema Design Thinking an. Als Teilnehmer muß ich mir immer die Frage stellen, ob ich das Teilnahmezertifikat oder die Kompetenz erwerben möchte.

Die inhaltliche Tiefe und Praxistauglichkeit gerade bei großen Anbietern aus der Weiterbildungsindustrie sollte gut evaluiert sein.

Falls in Umfeld jemand einen Anbieter empfehlen kann, frage Deine Personalabteilung, ob sie diesen Anbieter vielleicht mit in den Katalog aufnehmen kann. Das ist für die Abteilung vielleicht umständlich, geht aber in der Regel immer. Bei den Chefs funktioniert das auch. 😉

Industrie und Handelskammern

Ähnlich wie in der Fort- und Weiterbildung bieten die Industrie und Handelskammern heute Design Thinking Kurse an. Wie bei den Fort- und Weiterbildungs-Dienstleistern solltest Du hier vor der Teilnahme einen Check über den Design Thinking Facilitator machen, damit Du für das Investment auch eine gute Leistung erhältst. Nachteil bei den Industrie- und Handelskammern sind die Räume. Diese sind eher auf Konferenzen ausgelegt und auch das technische Equipment ist häufig schon in die Jahre gekommen. Dafür gibt es in der Regel aber auch ein Zertifikat.

Welche Regeln gibt es bei einem Design Thinking Workshop?

Die Design Thinking Regel, die Design Thinking Prinzipien oder das Design Thinking Mindset teilen sich die Werte unter anderem mit den anderen agilen Innovationsmethoden und basieren auch auf dem Manifesto for Agile Software Development.

Als Gedankenstütze ist es hilfreich, sich die Regeln immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Sie sollten regelmäßig von den Teams räsoniert werden. Idealerweise hängen die Regeln als Poster in den Kreativräumen, Innovationslaboren oder im Projektraum aus.

Die Design Thinking Regeln

  • Bestärke wilde Ideen
  • Bleibe fokussiert
  • Sei positiv ohne Kritik
  • Baue auf den Ideen andere auf
  • Visualisiere Deine Ideen
  • Lerne aus Fehlern
  • Versetze Dich in den anderen
  • Komme schnell voran
  • Machen statt tun
  • Entwickle viele Ideen

Welche Design Thinking Regeln werden bei einem Workshop genutzt?

Design Thinking Regeln, Mindset, Rules, Prinzipien
Design Thinking Regeln, Mindset, Rules, Prinzipien

Definition

Was bedeutet der Double Diamond im Design Thinking?

Der Double Diamond beschreibt ein Design Prozess Modell des British Design Council und bildet die Grundlage für den Design Thinking Prozess. Der Double Diamond gliedert sich in die zwei Phasen der

  • Problemphase und der
  • Lösungsphase

Die Problemphase gliedert sich hingegen wieder in die Unterphase

  • Entdecken und
  • Definieren.

Die Unterphasen der Lösungsphase gliedern sich in die Phasen

  • Entwickeln und
  • Bereitstellen

Gibt es nach dem Durchlaufen der beiden Hauptphasen am Ende kein brauchbares und getestetes Ergebnis, so wird sich  in der Problemphase erneut auf andere ermittelte Insights konzentriert, um das Problem Statement anzupassen.

PhasenUnterphasenMethodenInformation
ProblemphaseEntdeckenNutzerzentrierte Analysen und UntersuchungSammeln und erweitern
ProblemphaseDefinierenGewinnbringendes und Schmerzen, Berührungspunkte und Kontext der Nutzer, Problem-Analyse, ReframingVerdichten und konzentrieren
StufeFestlegung konkretes Problem Point of View / Problem StatementEntscheidung
LösungsphaseEntwickeln und GestaltenMethoden der IdeenentwicklungSammeln und erweitern
LösungsphaseUmsetzenMethoden der PrototypentwicklungVerdichten und konzentrieren
Design Thinking Prozess Double Diamond
Design Thinking Prozess Double Diamond

Was ist der Point of View im Design Thinking?

In der Regel gibt es zu Beginn eines Design Thinking Projektes eine grobe oder auch allgemeine Problemstellung. Da nach den ersten beiden Phasen „Beobachten“ und „Verstehen“ Phase im 6-Phasen Modell von Design Thinking mehr Informationen im Problemraum vorliegen, kann das Problem konkreter aus Sicht des Kunden formuliert werden.

Der Point of View ist der Ausgangspunkt für die Ideenfindung bzw. die für Lösungsfindung bei Design Thinking. Er wird als Frage gestellt und ermöglicht, eine zielgerichtete Aufgabenstellung zu formulieren, an der sich im weiteren Prozess immer wieder orientiert werden kann. Je schärfer der Point-of-view formuliert ist, desto besser werden die Ergebnisse der Lösungen entwickelt. Eine typische Methode für die Entwicklung des Point of Views (PoV) ist die Methode „How might we…“ bzw. HMW.

Alternative Formulierungen für den Point of View sind Standpunkt,  Sichtweise definieren oder aber auch Challenge formulieren.

Welche Grundannahmen gibt es beim Design Thinking?

Der Kern von Design Thinking besteht aus mehreren Grundannahmen. Die wichtigste Grundannahme ist konsequent von den Bedürfnissen der Nutzer her zu denken und sich emphatisch in diesen hineinzuversetzen – die sogenannte Nutzerzentriertheit beschreibt das bzw. der englische Begriff „human centered“.

Eine weitere Annahme ist Arbeit in multidisziplinären Teams, um alle Aspekte im Problemraum und Lösungsraum abzudecken und dafür eine möglichst breite Basis zu schaffen.

Da Design Thinking von Iterationen für die Lösungsentwicklung ausgeht ist es wichtig, sich dabei nicht zu verzetteln. Daher werden in den ersten beiden Phasen (Verstehen, Beobachten) des Design Thinking Prozess die Informationen möglichst ausgeweitet (divergiert) und in dem Point of View wieder verdichtet (fokussiert bzw. konvergiert). Um anschliessend viele Ideen zu entwickeln werden diese konvergiert also ausgeweitet um anschliessend in einem Prototypen wieder konvergiert (fokussiert) zu werden.

Umso wichtiger ist die Bewertung der Lösungen während des Prozesses. Die Idee muss den Bedürfnissen der Nutzer entsprechen, wirtschaftlich tragfähig sein und technisch realisierbar also machbar sein. Zusätzlich gibt es weitere Kriterien für die Evaluation in Abhängigkeit zu der zu lösenden Aufgabe.

Während der Entwicklung mit dem multidisziplinären Team wird sich konsequent auf den Prozess fokussiert und die Methoden innerhalb einer gesetzten Zeit durchgeführt. Idealerweise erfolgt der Entwicklungsprozess an einem nicht gewöhnlichen Raum, um als Intervention die Kreativität des Teams zu fördern.

Wie lautet die Definition von Design Thinking?

Eine mögliche Definition von Design Thinking ist: Design Thinking ist als ein offenes Rahmenwerk zu verstehen. Es geht bei der Innovationsmethode darum, Problemen zu lösen, die zur Entwicklung neuer Ideen führen sollen. Wichtig bei Design Thinking ist die Betrachtung der Problemlösung aus Anwendersicht oder Nutzersicht: Die Idee als Lösung des Problems muss relevant für die Nutzer und überzeugend sein. Zentrale Elemente des Design Thinking Prozesses sind die Grundprinzipien Team, Raum und Prozess.

Methoden

Was ist das Problem Statement beim Design Thinking?

Was sind Personas in einem Design Thinking Workshop?

Eine der wichtigen Grundannahmen im Design Thinking ist die nutzerzentriert. Daher ist es umso wichtiger eine komplettes Bild der Nutzer, Verwender oder Zielgruppe zu haben. Häufig sind soziodemografische Daten aus der Markforschung vorhanden aber keine Archetypen für ein Produkt oder eine Dienstleistung. Auch liegen in den Abteilungen oder im Team ganz unterschiedliche Vorstellungen über die Nutzer vor, die häufig auf Vorurteilen und eigenen Erfahrungen basieren.

Damit ein einheitliches Bild über die Nutzer entsteht, gibt es verschiedene Innovationsmethoden Empathie aufzubauen und den Nutzer kennenzulernen. Dazu gehören Nutzer-Interviews, Shadowing, Contextual Inquiry und andere. Aus den Ergebnissen werden anschliessend Kundensteckbriefe sogenannte Personas entwickelt. Auf diese kann während des Design Thinking Prozesses immer wieder referenziert werden, um Annahmen mit der Nutzerschaft abzugleichen. Eine der mächtigsten und bekanntesten Methoden ist die Empathy Map, um Personas zu entwickeln.

Welche verwandten Methoden zu Design Thinking gibt es noch?

Design Thinking ist ein so genanntes Rahmenwerk. Es gibt nicht die eine Design Thinking Methode oder das eine Vorgehen. Design Thinking ist vielmehr ein bewusst offen gehaltener Prozess, der sich durch aktuelle Entwicklungen und Strömungen anpasst. Weitere mit Design Thinking verwandte, agile Innovationsmethoden sind:

  • Business Modell Canvas
  • Blue Ocean
  • Scrum
  • Lean Startup
  • Job to be done
  • Lego Serious Play
  • Service Design
  • Google Design Sprint
  • Kanban
  • Scrum
  • OKR
  • Visioning
  • Golden Circle
  • The Culture Map

Wie kann ich Geschäftsmodelle mit Design Thinking entwickeln?

Nach der Entwicklung einer Idee mit Design Thinking spielt die Vermarktung eine entscheidende Rolle. Als Standardwerk und Bestseller für die Geschäftsmodell Entwicklung im Business Design hat sich der Business Modell Canvas von Alexander Osterwalder als die „Innovationsmethode der Wahl“ herauskristallisiert.

Beim Business Modell Canvas werden die Bestandteile eines Geschäftsmodells in einem Raster visualisiert. Im Grunde genommen handelt es sich auch hier wie beim Design Thinking um eine Idee für einen Prototypen – nur als Geschäftsmodell. Dieser kann nach Fertigstellung leicht auf Plausibilität und Relevanz bei den Nutzern getestet werden kann.

Andere Verfahren sind die „Engpasskonzentrierte Strategie (EKS)“ von Wolfgang Mewes oder auch das Sankt Gallener Business Modell Navigator

Geschäftmodelle entwickeln mit dem Business Model Canvas

Business Model Canvas
Business Model Canvas

Organisation

Was steht auf der Materialliste für einen Design Thinking Workshop?

Auf der Materialliste für einen Design Thinking Workshop stehen die folgenden Materialien. Nicht immer sind alle Materialien notwendig bzw. es müssen nicht immer alle Materialien vollständig sein.

  • Post-its (Super Sticky, die fallen nicht ab)
  • Post-its in Form von Smartphones
  • Marker (Edding oder Neuland)
  • Rollen von Krepp-Klebeband
  • Duct Tape, Gaffa Tape oder Panzerband
  • doppelseitiges Klebepapier
  • Scheren
  • Farbige Schnüre
  • Aluminium Papier
  • Knete
  • Draht
  • Pfeifenreiniger
  • Filz
  • Gummis
  • Farbiges Moosgummi
  • Farbiger Fotokarton
  • Alte Kartons
  • Farbige Papiere
  • Packpapier
  • Wellpappe / Pappe
  • Eierpappe
  • Zeitschriften
  • Klebestifte, Kleber
  • Lego-Figuren
  • Trink-Becher
  • Klammern
  • Cutter
  • Schneidematte
  • Styropor
  • Styroporkugeln
  • Interaction Pattern Vorlagen ( Smartphone, UX Pattern)

Welche Software nutze ich für einen Design Thinking Workshop?

Der Nutzung von Software in einem Design Thinking Workshop sind keine Grenzen gesetzt. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass sich das Team im Design Thinking Prozess in einen „Flow“ bewegt. Das passiert immer dann, wenn sich auf die menschlichen, haptischen und kollaborativen Faktoren bei der Lösungsfindung ganz nach dem Grundprinzip Raum, Zeit und Prozess fokussiert wird.

Software sollte deshalb nur unterstützend für Warm-ups, Auswertungen, Analysen, Präsentation und Kommunikation eingesetzt werden. Eine besondere Rolle nimmt Software bei der Erstellung von Prototypen und dem Testing und in Online-Workshops ein.

Welche Unternehmen mit Design Thinking als Innovationsmethode gibt es?

Unternehmen mit Design Thinking als Innovationsmethode haben sich heutzutage etabliert. Es mittlerweile alle DAX-Unternehmen Design Thinking zum Teil in eigenen Innovationslaboren, Abteilungen oder Geschäftseinheiten ein. Auch der Mittelstand ist in die neuen agilen Innovationsmethoden eingestiegen und probiert die individuelle Anwendung von Design Thinking für Produkte und Dienstleistungen noch aus.

Vorreiter bei der Anwendung von Design Thinking ist SAP. Der Ex Vorstand Hasso Plattner hat die Bewegung von Design Thinking massiv vorangetrieben, nachdem er sie in Stanford kennengelernt hat. Nachfolgend eine kleine Auswahl von Unternehmen die Design Thinking einsetzen.

Unternehmen mit Design Thinking als Anstz

Wo kann ich Design Thinking kennenlernen?

Es gibt ganz unterschiedliche Wege Design Thinking kennen zu lernen. Zum einen gibt es die klassischen Weiterbildungsangebote. Aber auch die Industrie- und Handels bieten sehr gute Design-Thinking-Kurse an. Mittlerweile haben sich lokal sehr viele Communities gebildet. So gibt es in LinkedIn, Xing, Meetup oder aber auch in sogenannten Barcamps viele Möglichkeiten, Design Thinking kennen zu lernen und auszuprobieren.

Wofür wird Design Thinking eingesetzt?

Design Thinking ist als eine Rahmenwerk zu verstehen. Es geht bei der Innovationsmethode darum, Problemen zu lösen, die zur Entwicklung neuer Ideen führen sollen. Gleichermassen können Ideen für Produkte, Dienstleistungen, Services oder Software entwickelt werden. In neuerer Zeit wird Design Thinking auch für persönliche oder eigene Coaching eingesetzt.

Wichtig bei Design Thinking ist die Betrachtung der Problemlösung aus Anwendersicht oder Nutzersicht. Die Idee als Lösung des Problems muss relevant und überzeugend sein. Zentrale Elemente des Design Thinking Prozesses sind die Grundprinzipien Team, Raum und Prozess. besteht.